Mittwoch, 11. November 2015

K2 und Osteocalcin

Vitamin K2 (Menachinon) aktiviert das Hormon Osteocalcin, welches für den Calcium Transport in den Knochen verantwortlich ist. Von allen K-Vitaminen hat es die höchste Carboxylierungsfähigkeit. Vitamin K2 kann durch die Nahrung aufgenommen werden und wird ebenfalls von den Darmbakterien synthetisiert. In der Nahrung ist menochinon ( Vitamin K2) hauptsächlich in grünem Blattgemüse und

Milchprodukten wie Butter. Durch die zunehmende Industrialisierung des Lebensmittelmarktes gab es weitreichende Veränderungen, die sich auch auf den Vitamingehalt vieler Nahrungsmittel auswirkten.

Pestizide und andere chemische Stoffe bei dem Anbau von Gemüse, ebenso die Pasteurisierung von Milchprodukten erniedrigten erheblich das Menochinon.

Höhere Spiegel kann man bei Gemüse aus biologischem Anbau finden und bei unpasteurisierter Rohmilch.

Vitamin K2 wird unter normalen Umständen von einigen Stämmen der echerischia coli und bacteroides fragiles im Gastrointestinal Trakt gebildet. Durch die moderne Ernährung aber getriggert durch andere Umweltfaktoren hat sich Darmflora  bei vielen Menschen verändert. Ein „leaky Gut" Syndrom manifestiert diesen Umstand.

Sowohl die Anzahl als auch die Vielfältigkeit des Microbioms wurde stark dezimiert. Die Produktion des Vitamin K2 musste unter dieser Veränderung auch leiden. Osteocalcin signalisiert auch die Ausschüttung von Adiponektin aus den Fettzellen.

Je schlanker ein Mensch ist, desto höher der Adiponektin Spiegel.

Frauen verfügen über mehr Fettzellen als Männer, und somit über höhere Leptin und adionektin Spiegel.

Adiponektin wird gemeinsam mit Leptin aus den Fettzellen ausgeschüttet. Das Enzym VKOR reguliert das Recycling von K2.  Aus diesem Grund sind unter normalen Umständen nur sehr geringe Mengen nötig.

Vom Darm gelangt es in die Leber, wo es bis zum Einsatz gelagert wird.

Der K2 Turnover steigt dramatisch an, wenn das Blutplasma sich chronisch im oxidierten Zustand befindet; also bei industrialisierter westlicher Ernährung, vaskulären Erkrankungen und Osteoporose.

Das  in der Leber gelagerte K2 wird über die Gallenblase im Recycling zurück in den Darmtrakt transportiert. Das Entfernen der Gallenblase kann diese Wiederverwertung einschränken und stören und sollte bei solchen Patienten beachtet werden.

Ebenso Einschränkungen erfahren Patienten mit Warfarin und Coumadin Dauertherapie zur Blutverdünnung. Beide Medikamente wirken auf das K2 Recycling Enzym VKOR ein. In schwerwiegenden Fällen können alternative Antikoagulantien zur Blutverdünnung gewählt werden.