Die für unsere Darmgesundheit ungünstigen Bakterien beinhalten Lipopolysaccharide (LPS) in der Zellmembran, die toxisch wirken. Steigen diese an, führt das zu Leptinresistenz durch Stimulation von SOCS3 im Hypothalamus und Abschwächung der Inkretin Wirkung. Eine Leptinresistenz ist somit direkt durch das Mikrobiom zu induzieren.
Nahrungsfette und Fruktose steigern die systemischen LPS, Glucose fördert SCOS3.
Proteine verhalten sich im Hinblick darauf ziemlich neutral, so dass sie gut geeignet für ein Leptin Reset Programm sind.
Einfacher Zucker, raff. Industrialisierte Öle und LPS steigern die Triglyzeride im Blut und reduzieren die Darmbakterien in Zahl und Artenreichtum. Es vermehren sich so Bakterien, die an der Blut-Hirn Schranke über SCOS3 Signalisierung eine Inflammation hervorrufen.
Neben der Verdauung ist eine Funktion der Darmbakterien das Aussondern von viralen Genen. Diese werden dem Immunsystem präsentiert und dann in die menschliche DNA befördert, wo sie für späteren Gebrauch gelagert werden. Die frühere Annahme, dass nur 1% der menschlichen DNA, nämlich die, die Proteine kodiert, biologisch aktiv sei, ist mittlerweile wissenschaftlich revidiert worden.
Auch die sogenannte "junk DNA", der bis dahin vermutete inaktive Teil des Genoms, der 98% beträgt und als „genetischer Schrottplatz“ galt, ist maßgeblich am Geschehen beteiligt.
Man geht davon aus, dass mehr als 80 % der DNA an biochemischen Prozessen beteiligt ist, wie z. B. der Expression von nahe gelegenen Genabschnitten.
Schockierend war die Erkenntnis, dass das menschliche Genom mehr virale Bestandteile enthält als „menschliche“. Dabei werden die gespeicherten viralen Anteile dort eingesetzt, wo der größte genetische und epigenetische Nutzen aufgrund von sich ändernden Umwelteinflüssen entsteht. Neben den retrotransposons, die viraler Natur sind, wird auch diskutiert, dass non coding RNA desselben Ursprungs sind und somit direkt Einfluß auf epigenetische Genexpression hat.
In der menschlichen Evolution verkürzte sich der Darm. Das Mikrobiom wurde komplexer, um diese Verkürzung zu kompensieren und eine Nahrungsumstellung zu gewährleisten, die die humane Gehirnentwicklung ermöglichte. (Ost-afrikanischer Grabenbruch). Durch eine größere Darmbakterienvielfalt erschlossen sich mehr Nahrungsquellen, das Entstehen eines komplexen Gehirns konnte eingeleitet werden.
Die Darmbakterien eines brustgestillten Neugeborenen unterscheiden sich von denen eines Erwachsenen. Die ersten Monate dominieren Bifidobakterienarten und Lactobazillen. Mit der ersten festen Nahrung erfolgt die schrittweise Umwandlung in das adelte Mikrobiom. (Auch die adulte Bakterienwelt ist dynamisch und der Wandlung unterzogen.)
Die Geburtsart (Kaiserschnitt/vaginale Geburt), Stillen/Nahrung beeinflussen die bakterielle Besiedlung des Darms.
Nach 100-300 Tagen hat die Umwandlung in die adulte Darmflora stattgefunden.