Was ist ein Telomer?
Telomere sind aus DNA Tandemrepetitionen (der 6 DNS-Basen TTAGGG) aufgebaut. Diese sind in allen Wirbeltieren (inkl. Mensch) gleich und werden von Eiweissen (Shelterin-Proteinen) gebunden, welche die Telomere zu einer Schlaufe biegen und sie damit schützen. In diesem Report wird die Länge der Telomere in Basen angegeben wobei Kb Kilobasen bedeutet (1000 Basen).
Wieso sind Telomere wichtig?
Da sich die Zellen in regenerierenden Geweben stetig teilen, erodieren Telomere mit zunehmendem Alter eines Organismus. Dieses Verkürzen der Telomere kommt sowohl in differenzierten wie auch in den Stammzellen zum Tragen und ist ein Grund dafür, dass letztere in alten Organismen keine neuen Zellen zur Gewebeerneuerung bereitstellen können. Von genetisch veränderten Mäusen wissen wir, dass eine Anhäufung von kritisch kurzen Telomeren ausreicht um Altersbedingte Symptome hervorzurufen. Mit weiteren Experimenten wurde aber auch gezeigt, dass diese Symptome durch artifizielles anschalten der Telomerase verhindert oder zumindest weit heraus gezögert werden können, was die beschwerdefreie Langlebigkeit erhöht. Diese Experimente führten dazu, dass heute an Telomerase aktivierenden Therapien geforscht wird, die einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von altersbedingten Krankheiten liefern können.
Telomere und Telomerase nehmen auch einen wichtigen Platz in der Krebsbiologie ein. Mehr als 95% aller Tumore aktivieren die Telomerase im Verlauf ihres Wachstums. Dies ist ein Beitrag an die Immortalität der sich ständig teilenden Tumorzellen. Um das Tumorwachstum zu stoppen wird extensiv an Telomerase-Inhibitoren geforscht. Erste Medikamente gegen verschiedene Tumorarten, sind bereits im Versuchsstadium.